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Kurpark Aesthetics

LASER oder PEELING? Was ist denn jetzt besser?

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dr. med. Saman Ghaemi-Tehrani

Geschäftsführer & Facharzt

LASER oder PEELING? Was ist denn jetzt besser?

Wann Laser sinnvoller sind, wann Peelings Vorteile haben und warum die Kombination beider Verfahren interessant sein kann

Am 12. September 2026 werde ich auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie einen Vortrag zum Thema Laser und Peelings halten.

Die Fragestellung klingt zunächst einfach

Laser oder Peeling. Welches Verfahren ist besser?

Die wissenschaftlich korrekte Antwort ist allerdings deutlich differenzierter.

Weder Laser noch chemische Peelings sind grundsätzlich das bessere Verfahren. Beide Methoden können sehr unterschiedliche biologische Prozesse in der Haut auslösen und haben deshalb jeweils ihre eigenen Stärken.

Entscheidend ist nicht, welches Verfahren moderner klingt. Entscheidend ist, welche Hautstruktur behandelt werden soll, wie tief die Behandlung wirken soll und welches Therapieziel erreicht werden soll.

Genau diese Überschneidungen und Unterschiede werde ich in meinem Vortrag diskutieren.

Laser und Peelings sind keine konkurrierenden Technologien

Laser arbeiten mit gezielter Lichtenergie. Je nach Wellenlänge wird diese Energie von unterschiedlichen Chromophoren und Strukturen der Haut aufgenommen.

Bei einem ablativen Erbium:YAG Laser oder CO2 Laser kann Gewebe gezielt abgetragen werden. Bei fraktionierten Verfahren wird die Haut nicht vollständig behandelt. Stattdessen entstehen mikroskopisch kleine behandelte Areale, zwischen denen unbehandeltes Gewebe verbleibt.

Dadurch kann die Behandlung sehr präzise gesteuert werden.

Nicht ablative fraktionierte Lasersysteme verfolgen wiederum ein anderes Prinzip. Sie erzeugen kontrollierte thermische Veränderungen, ohne die gesamte Epidermis abzutragen.

Ein chemisches Peeling funktioniert grundlegend anders.

Hier wird durch eine chemische Substanz eine kontrollierte Schädigung der Haut erzeugt. Anschließend regeneriert sich das behandelte Gewebe. Die Tiefe dieser Reaktion hängt unter anderem vom verwendeten Wirkstoff, seiner Konzentration, der Applikationstechnik und der Anzahl der aufgetragenen Schichten ab.

TCA, also Trichloressigsäure, kann beispielsweise je nach Konzentration und Anwendung unterschiedlich tief wirken. Es ist deshalb medizinisch nicht sinnvoll, von „dem TCA Peeling“ als einer einheitlichen Behandlung zu sprechen.

Die Behandlungstiefe ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Was sagt die aktuelle wissenschaftliche Literatur?

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse hat 38 Studien mit insgesamt 1.695 Patienten ausgewertet und Laserbehandlungen direkt mit chemischen Peelings verglichen.

Das Ergebnis ist interessant.

Beide Verfahren führten zu einer signifikanten Verbesserung der untersuchten Hautveränderungen. Insgesamt zeigte sich kein grundsätzlicher Sieger für die Hautverjüngung. Bei Akne, Aknenarben und allgemeiner Photoalterung waren die Ergebnisse in der Analyse nicht signifikant unterschiedlich.

Laser benötigten allerdings im Durchschnitt weniger Behandlungssitzungen, während vorübergehende Rötungen und Schmerzen häufiger auftraten.

Das unterstreicht einen entscheidenden Punkt

H2: Die Wahl zwischen Laser und Peeling sollte individualisiert erfolgen.

Wann kann ein Laser die bessere Wahl sein?

Ein wichtiger Vorteil der Lasertherapie ist die hohe technische Kontrollierbarkeit.

Wellenlänge, Energie, Pulsdauer, Spotgröße und fraktionierte oder nicht fraktionierte Applikation ermöglichen eine sehr gezielte Behandlung unterschiedlicher Hautstrukturen.

Aknenarben

Bei Aknenarben muss zunächst zwischen unterschiedlichen Narbentypen unterschieden werden.

Atrophe Narben können beispielsweise als Ice Pick Narben, Boxcar Narben oder Rolling Scars auftreten. Diese verschiedenen Strukturen benötigen nicht zwangsläufig dieselbe Behandlung.

Fraktionierte ablative Laser können insbesondere bei strukturellen atrophen Narben eingesetzt werden. Durch die kontrollierte Verletzung und thermische Stimulation entsteht ein Heilungsprozess mit Remodellierung der extrazellulären Matrix und Veränderung der Kollagenstruktur.

Bei bestimmten tiefen Narben kann dagegen TCA CROSS interessant sein. Hier wird TCA gezielt in die einzelne Narbe eingebracht und nicht flächig über das gesamte Gesicht verteilt.

Das bedeutet

Nicht jede Aknenarbe ist eine Laserindikation und nicht jede Aknenarbe ist eine Peelingindikation.

Häufig ist vielmehr eine Kombination verschiedener Verfahren sinnvoll.

Eine aktuelle Netzwerkmetaanalyse mit 68 randomisierten Studien und 4.480 Patienten mit Aknenarben zeigt ebenfalls, dass kombinierte Behandlungskonzepte eine wichtige Rolle spielen. In dieser Analyse gehörten Kombinationen aus Laser und weiteren Verfahren zu den effektivsten Strategien zur Verbesserung der Narbenstruktur.

Hautalterung und Photoaging

Bei ausgeprägter lichtbedingter Hautalterung kann eine ablative Laserbehandlung eine sehr intensive Hauterneuerung ermöglichen.

Hier werden nicht nur oberflächliche Pigmentveränderungen behandelt. Durch die kontrollierte Ablation beziehungsweise thermische Schädigung können auch strukturelle Veränderungen der Haut adressiert werden.

Das macht ablative Lasersysteme insbesondere dann interessant, wenn feine Falten, unregelmäßige Hautstruktur und ausgeprägte Photoalterung gemeinsam auftreten.

Chemische Peelings können ebenfalls zur Behandlung der Photoalterung eingesetzt werden.

Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob ein Laser oder ein Peeling grundsätzlich besser für Hautalterung geeignet ist.

Vielmehr muss beurteilt werden, wie stark die Hautveränderungen ausgeprägt sind und welche Behandlungstiefe tatsächlich erforderlich ist.

Wann kann ein chemisches Peeling sinnvoller sein?

Peelings können insbesondere dann interessant sein, wenn die Veränderungen überwiegend epidermal liegen und eine kontrollierte chemische Exfoliation beziehungsweise chemische Schädigung der Haut gewünscht ist.

Das gilt unter anderem für bestimmte Pigmentstörungen und oberflächliche Zeichen der Hautalterung.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass verschiedene Peelings sehr unterschiedlich eingesetzt werden können.

Glykolsäure, Salicylsäure, TCA und andere Substanzen haben unterschiedliche Eigenschaften und unterschiedliche Indikationsbereiche.

Deshalb sollte man nicht von „Peelings“ als einer einheitlichen Behandlung sprechen.

TCA bei Melasma

Eine besonders interessante Schnittstelle zwischen Lasertherapie und chemischen Peelings ist das Melasma.

Melasma ist keine reine Überproduktion von Melanin.

Die aktuelle Forschung beschreibt ein komplexes Zusammenspiel zwischen Melanozyten, Keratinozyten, Basalmembran, dermalem Bindegewebe, Gefäßen, Mastzellen und weiteren Faktoren des Hautmikromilieus.

Auch Zeichen chronischer Lichtschädigung wie solare Elastose und Veränderungen der dermalen Matrix können beteiligt sein.

Das hat direkte Konsequenzen für die Behandlung.

Das Ziel kann nicht einfach darin bestehen, möglichst viel Pigment zu entfernen.

TCA kann insbesondere die epidermale Pigmentkomponente beeinflussen. Durch die kontrollierte chemische Schädigung und anschließende epidermale Regeneration kann pigmentiertes epidermales Gewebe reduziert werden.

Die Literatur zeigt, dass chemische Peelings bei Melasma wirksam sein können. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 wertete 24 Studien mit insgesamt 1.075 Patienten aus und kam zu dem Ergebnis, dass chemische Peelings eine wirksame zusätzliche Behandlung bei Melasma darstellen können.

Dabei ist TCA jedoch nicht automatisch das beste Peeling.

In einer Metaanalyse bei Patienten mit dunkleren Hauttypen zeigte Glykolsäure gegenüber TCA hinsichtlich des MASI Scores sogar bessere Ergebnisse. Gleichzeitig zeigte TCA gegenüber Hydrochinon ebenfalls eine signifikante Verbesserung.

Das zeigt sehr deutlich

Auch innerhalb der Peelingtherapie gibt es keinen universellen Goldstandard.

Und was ist mit Laser bei Melasma?

Auch Laser können bei Melasma eingesetzt werden.

Die Datenlage ist allerdings komplex und stark vom verwendeten Lasersystem abhängig.

Eine aktuelle Metaanalyse zum direkten Vergleich von Laser und chemischen Peelings fand für Melasma sogar einen Vorteil der Lasertherapie. Gleichzeitig ist die Literatur insgesamt heterogen und ältere evidenzbasierte Reviews bewerten sowohl Laser als auch Peelings bei Melasma deutlich zurückhaltender.

Diese scheinbar widersprüchlichen Ergebnisse sind ein gutes Beispiel dafür, warum man medizinische Verfahren nicht anhand eines einzelnen Studienergebnisses beurteilen sollte.

Beim Melasma muss insbesondere berücksichtigt werden, dass jede entzündliche oder thermische Hautreaktion theoretisch eine postinflammatorische Hyperpigmentierung begünstigen kann.

Das gilt insbesondere bei stärker pigmentierten Hauttypen.

Eine zu aggressive Behandlung kann daher das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses bewirken.

Laser und Peeling kombinieren

Die Kombination beider Verfahren kann sinnvoll sein.

Aber auch hier gilt

Mehr Behandlung bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr, ob die beiden Verfahren unterschiedliche therapeutische Ziele adressieren.

Ein Beispiel sind Aknenarben.

Ein bestimmter Narbentyp kann von TCA CROSS profitieren, während die umgebende Hautstruktur durch einen fraktionierten Laser behandelt wird.

Auch Microneedling kann in bestimmte Behandlungskonzepte integriert werden. Studien zeigen beispielsweise, dass die Kombination von Microneedling mit TCA bei Melasma bessere Ergebnisse erzielen kann als TCA allein.

Bei einer Kombination muss jedoch immer berücksichtigt werden, dass sich auch die entzündliche Belastung der Haut erhöht.

Eine Kombination sollte deshalb nicht nach dem Prinzip erfolgen, möglichst viele Verfahren gleichzeitig einzusetzen.

Sie sollte biologisch begründet sein.

Phenol und Laser

Besonders spannend wird die Diskussion bei tiefen chemischen Peelings.

Phenolpeelings unterscheiden sich grundlegend von oberflächlichen Peelings.

Je nach Rezeptur und Anwendung können sie eine sehr tiefe kontrollierte chemische Schädigung erzeugen und dadurch eine intensive Hautremodellierung erreichen.

Sie sind deshalb nicht einfach eine stärkere Variante eines gewöhnlichen Peelings.

Auch das Risikoprofil ist ein anderes.

Bei tiefen Phenolbehandlungen muss insbesondere die systemische Aufnahme berücksichtigt werden. Eine solche Behandlung gehört daher in erfahrene medizinische Hände und erfordert eine sorgfältige Patientenauswahl und entsprechende Überwachung.

Für ausgewählte Patienten mit ausgeprägter Hautalterung kann ein tiefes chemisches Peeling eine interessante Alternative zu einer intensiven Laserbehandlung darstellen.

Ob Laser oder Phenol sinnvoller ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten.

Die tatsächliche Entscheidung hängt unter anderem von Hauttyp, Hautzustand, Pigmentierung, Narbentyp, Vorbehandlungen, Jahreszeit, gewünschter Ausfallzeit und dem individuellen Risikoprofil ab.

Warum ich über dieses Thema spreche

Lasertherapie und medizinische Peelings begleiten meine tägliche Arbeit in der Plastischen Chirurgie

Dabei interessiert mich besonders die Frage, wie unterschiedliche Verfahren nicht nur isoliert betrachtet, sondern anhand ihrer tatsächlichen Wirkmechanismen sinnvoll eingesetzt werden können.

Gerade bei komplexen Hautproblemen gibt es selten die eine Behandlung.

Es gibt vielmehr unterschiedliche Möglichkeiten, die jeweils bestimmte Strukturen und biologische Prozesse beeinflussen.

Deshalb ist die Frage

Laser oder Peeling

für mich weniger eine Frage des Wettbewerbs zwischen zwei Verfahren.

Es ist eine Frage der richtigen Indikation.

Mein Vortrag auf der 56. Jahrestagung der DGPRÄC

Am 12. September 2026 werde ich diese Fragestellungen im Rahmen meines Vortrags bei der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie diskutieren.

Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere TCA und Phenol sowie die Frage, wie sich chemische Peelings und moderne Laserverfahren hinsichtlich Wirkmechanismus, Behandlungstiefe, Indikation, Nebenwirkungen und Kombination miteinander vergleichen lassen.

Denn am Ende sollte nicht das Verfahren im Mittelpunkt stehen.

Sondern der Patient.

Nicht der stärkste Laser ist automatisch die beste Behandlung. Und nicht das tiefste Peeling führt automatisch zum besten Ergebnis.

Die beste Behandlung ist diejenige, die das konkrete Hautproblem mit der notwendigen Intensität und möglichst hoher Kontrolle behandelt.

Genau darum geht es bei moderner Plastischer Chirurgie

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@kurpark.aesthetics

Am Samstag, den 12.09., werde ich vor unserer Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Plast